Makrofotografie

Ein paar Gedanken zur Makrofotografie, die ich aufgrund einer Anfrage von Christin A. zusammen gefasst habe.

1.) Immer so nah ran wie möglich! Dadurch erreichst du den größtmöglichen Abbildungsmaßstab und die Tiefenschärfe ist geringer. Wenn du weiter weg bist, ist die Tiefenschärfe größer und eine Freistellung (unscharfer Hintergrund) dadurch nicht so gut möglich.
Gedankenbrücke: KLEINer Abstand = KLEINEe Tiefenschärfe und umgekehrt.

Dann gelingt es auch mit Blenden wie 8 und mehr. Die Nahgrenze liegt z. B. mit dem 100mm Makro von Canon bei 30cm. Gemessen wird es ab der Sensorebene! Dazu findest du auf der Oberseite ein Symbol in Form eines kleinen, durchgestrichenen Kreises. Der Strich ist die Sensorebene.

2.) Immer die größtmögliche Blende wählen = KLEINE Zahl am Objektiv zB. 2.8. Dadurch erreicht man eine geringe Tiefenschärfe und somit eine schöne Freistellung durch weiche, unscharfe Hintergründe vom scharfen Motiv.
Gedankenbrücke: KLEINe Zahl = KLEINEe Tiefenschärfe und umgekehrt.

ZW-Ringe2

Zwischenringe

Kombinierst Du Punkt 1 und 2, wirst du schon mal bessere Ergebnisse erzielen!

3.) Zur Unterstützung kannst Du auch noch Zwischenringe verwenden, die man – wie der Name schon sagt – zwischen Kamera und Objektiv – schraubt. Dadurch bekommst du noch einen größeren Abbbildungsmaßstab und kannst noch näher herangehen. Allerdings wird die Schärfentiefe extem gering! Ohne Stativ und Selbst-/Fernauslöser brauchst du es nicht mal ernsthaft in Erwägung zu ziehen. Man kann damit auch erste Makroversuche mit normalen Objektiven machen, ich habe es auch sehr gerne an meinem normalen 50 mm Objektiv genutzt, sie lassen sich aber genauso gut an MAKRO-Objektiven nutzen. (wenn man nichts anderes zur Verfügung hat, auch mit Standard- und Tele-Zooms)

Achte darauf, dass du „AUTOMATISCHE“ Zwischenringe kauft, bei denen du auch den Autofokus und die Zeit- bzw. Blendenautomatik nutzen  kannst!
TIPP z. B.für Canon (auch für Nikon): Link zu Amazon
Für meine mFT Objektive nutze ich seit kurzem Voking Zwischenringe und bin begeistert.
Für nur € 50.- ist das Ergebnis damit genial! Diese dürften baugleich sein: Link zu Amazon

MakroSchlitten

Makroschlitten

4.) Das Stativ haben wir ja schon angesprochen! So lästig es am Anfang sein mag, ersthafte Makro-Fotografie ist ohne Stativ undenkbar! Grundvoraussetzung ist die Stabilität! Je schwerer die Cam und das Objektiv umso stabiler muss es sein, desto mehr dann wenn man beginnt zu „stacken“ und mit Makroschlitten zu arbeiten. Je tiefer man in den Makrobereich vorstößt, umso mehr steigert sich die Verwacklungsgefahr! Ein stabiles Fundament ist also die Grundlage dafür und das gilt auch für den Stativkopf! Je besser er sich stabilisieren lässt, desto größer ist der Erfolg bei der Arbeit, egal ob Kugel oder 2-Wege Kopf!

5.) Kameras mit APS-C Sensor oder mFT machen von Haus aus etwas mehr Tiefenschärfe, es funktioniert aber damit auch sehr gut! Manche nutzen allerdings Cams mit Vollformat-Sensor, die eine noch geringere Schärfentiefe ermöglichen. Dazu zählen die Modelle Canon 6D, 5D und alle 1D Modelle. Bei Nikon gibt es zB. die D600, D610, D4 und ähnliche Modelle. Meine Empfehlungen bei Sony heißen Alpha 7 und 77 SLT. Kostenpunkt ca. ab € 1600.- aufwärts. (Stand 2014).

Die gezeigten Produktfotos sind Darstellungen und Eigentum der jeweiligen Hersteller!