Archiv des Autors: Wolf

Siponimod bei sekundär progredienter MS

er Hersteller von Siponimod gibt bekannt, dass FDA und EMA die Zulassungsanträge angenommen haben. Frühestmöglicher Zulassungstermin für den Wirkstoff ist demnach März 2019.

Laut der Pressemitteilung von Novartis vom 08.10.2018 haben sowohl die US Food and Drug Administration (FDA) als auch die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) den Antrag für Siponimod beim sekundär progredienten Verlauf der Multiplen Sklerose akzeptiert. Bislang (Stand: 09.10.2018, 13:25 Uhr) haben jedoch weder die amerikanische noch die europäische Arzneimittelbehörde etwas dazu veröffentlicht. Amsel.de berichtete zuletzt im März über die Phase-III-Studienergebnisse zu Siponimod.

Therapieoption beim sekundär progredienten Verlauf

Zur konkreten immunmodulatorischen Therapie der sekundär progredienten MS mit wie ohne aufgesetzte Schübe gibt es bislang keinen zugelassenen Wirkstoff, der vermag, die Behinderungsprogression signifikant einzudämmen. Zuletzt wurde Ocrelizumab für die primär progrediente MS zugelassen. Zusammen mit Siponimod zusammen wären erstmals für beide progredienten MS-Verläufe (im englischsprachigen Raum “progressive MS“) Therapieoptionen vorhanden. Für den schubförmig-remittierenden Verlauf steht bereits über ein Dutzend Wirkstoffe mit unterschiedlich starker Wirkung wie Nebenwirkung zur Verfügung.

Siponimod ist ein S1P-Modulator und eine Fortentwicklung des bereits für die schubförmig-remittierende MS zugelassenen Wirkstoffes Fingolimod. Ähnlich wie dieser Wirkstoff wird es täglich einmal als Kapsel eingenommen. Die Nebenwirkungen von Siponimod sollen mit denen von Fingolimod vergleichbar sein. Laut Hersteller ist die Zulassung in den USA im März 2019 angestrebt und in Europa gegen Ende 2019.

Quelle: Pressemitteilung von Novartis, 08.10.2018.

Neue Urlaubsempfehlung in Abtenau / Salzburg-Land

  • Gasthaus Landhotel Traunstein
    Inhaber: Franz Pendl
    Au 66
    5441 Abtenau
    Telefon: +43 (0)6243 2438
    E-Mail: info@gasthaustraunstein.at
    Webseite: Hotel-Gasthaus Traunstein

2018 machten wir hier eine fantastisch, erholsame Woche Urlaub! Am Fuße des Tennengebirges gelegen hatten wir jeden Morgen einen herrlichen Ausblick. Auch alls der Nebel einmal nicht so schnell verschwand war es unheimlich spannend ihn zu beobachten.
Vorbildlich empfand ich die nachträglich realisierte Barrierefreiheit! Es gibt zwei Rampen vom Parkplatz zu den Hoteleingängen- Das ganze Hotel und das Restaurant ist barrierefrei. Besonders begeistert hat mich das sehr geräumige und vorbildlich ausgestattete Badzimmer  der zwei Rollstuhl-gerechten Zimmer! Das allerbeste ist aber das hilfsbereite und gut geschulte Personal des Hauses. Das liegt dem Hoteleigner, Hern Pendl besonders am Herzen. Nur der Balkon ist leider (noch) nicht nutzbar, daran wird noch „getüftelt“.
Kurzum: VOLLE EMPFEHLUNG von MSinLinz!

Der Ort Abtenau (15 Min entfernt) ist auch gut für Rollstuhlfahrer nutzbar, es gibt aber eine öffentliche Barrierefeie Toilette und eine weitere im Gemeindehaus an der rückwärtigen Seite, gleich links beim Eingang. Beide ohne Euro-Schlüssel zugänglich (in den Gaststätten selbst nichts) . Der Lift vorm Haus ist mit manuellen Rollis SICHER nutzbar (schmale E-Rollis auch), am Berg allerdings sind schon beim Lift tiefe Kiesflächen und weiters sehr steile Wege und tiefe Furchen für Abwasser erhebliche Hindernisse und daher nicht wirklich befahrbar, auch mit Hilfe schwer vorstellbar. Für Ausflüge wird ein Fahrzeug empfohlen.

Gibt es ein Leben NACH der MS?

Nein, nein! Keine Angst! Ich bin nicht einer derjenigen, die euch eine Wunderheilung oder sonst irgendeinen Betrug in Form von „Naturheilmitteln, neuer Wundermedizin oder eines Buches, dass man unbedingt lesen muss“ vorgaukeln. Nach 15 Jahren MS habe ich einfach schon zu viel mitbekommen und diese „Geschichten“ waren noch nie meine Intension!
Information: JA! Kostenlos: JA! Aber bitte mit Verstand und selbstbestimmt anzuwenden!
Das heißt jetzt nicht, dass ich mich meinem Schicksal ergebe, nein, nein. Auch ich lese und informiere mich, nehme mein Medikament und bin froh, dass es etwas für mich gibt, das wirkt.

ABER

Ich bin nach dieser langen, intensiven Zeit mit dem Thema MS zu dem Entschluss gekommen, dass ich nicht mehr will! Was ich nicht mehr will? Das sich mein Leben um die MS dreht!
Das ist jetzt für meine wirklich guten Freunde nichts Neues, denn ich habe sie immer an meinen Aktivitäten teil haben lassen. Sei es die Schreiberei, das Fotografieren und vieles mehr.
Ich habe mein Baby „MSinLinz“ voller Freude und sehr gerne auf die Welt gebracht und werde, wie es verantwortungsvolle Eltern tun, auch weiterhin interessante und nützliche Themen einbringen. Aber es wird einfach nicht mehr mein Hauptaugenmerk sein.

Es gibt so vieles was ich gerne tu und da ich ja nun mehr Zeit zur Verfügung habe in der BU Pension, werde ich mich mehr auf diese Aktivitäten verlegen. Ich wurde in eine Schreibgruppe eingeladen, ich wurde für Fotos einer Sportlerin engagiert, wieder Tanzsportfotos machen, ich werde meine fotografischen Bereiche verändern und, und, und …
Ja das hört sich alles gut an, vielleicht stellt es mich vor neue Herausforderungen aber ich habe Herausforderungen noch nie gescheut und wer mich kennt, wird das bestätigen.

Bleibt nur noch zu sagen, dass ich gerne für euch da bin, wenn ihr mich brauchtaber ich hab auch ein Leben als Schriftsteller, Fotograf, Mensch und
Ehemann einer ganz wundervollen Frau, die für mich da ist und mich unterstützt!

Bis bald! Wir „sehen“ uns! 😉
LG WOLF

Wie sich MS auf die Psyche auswirken kann

Multiple Sklerose geht oft mit einer großen psychischen Belastung sowie negativen Gefühlen wie Hilflosigkeit und Angst einher. Das kannst Du dagegen tun.

Das Krankheitsbild der MS betrifft zwar nicht direkt die Psyche, wirkt sich aber trotzdem auf das seelische Wohlbefinden aus. So können die vielen, verschiedenen Symptome, die Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten, aber auch die Unsicherheit, nicht zu wissen, wie die Krankheit verlaufen wird, zu psychischen Belastungen führen. Vielleicht hast Du selbst bereits diese Erfahrung gemacht.

Für Menschen mit MS stellt es oft eine Herausforderung dar, sich ihren Gefühlen und der Situation zu stellen und diese allein zu meistern. Oft brauchen sie Hilfe, wenn das seelische Gleichgewicht durch die Multiple Sklerose gestört ist und psychische Belastungen auftreten.1

VON PHASE ZU PHASE MIT MS

Vielleicht erinnerst Du Dich noch an den Tag Deiner Diagnose und wie es Dir in der Zeit danach ging. Viele MS-Patienten durchlaufen zu Beginn ihrer Erkrankung die sogenannten Trauerphasen.2 So befinden sie sich zunächst in einer Schockstarre und gehen dann in eine Phase der Verleugnung über, in der sie die Diagnose Multiple Sklerose nicht wahrhaben wollen. Sie kämpfen dabei mit dem Gefühl der Verzweiflung sowie Hilf- und Ratlosigkeit.23

Dann folgt meist ein Ausbruch an Emotionen und ein wahres Gefühlschaos. Empfindungen wie Leid, Schmerz, Wut, Zorn und Angst wechseln sich ab und bestimmen den Alltag. Schließlich kommt der Punkt, an dem die Betroffenen schauen müssen, wie sie mit ihrer Krankheit umgehen wollen beziehungsweise können. Nicht jedem MS-Patienten gelingt es, der Erkrankung nicht zu viel Raum zu geben. In einigen Fällen kann die psychische Belastung so groß sein, dass es zu einer Resignation, Depression oder Lethargie kommt.23

Doch es gibt auch Menschen mit Multiple Sklerose, die durch ihre Diagnose Erleichterung erfahren. Dies ist vor allem dann häufig der Fall, wenn zwischen den ersten Symptomen und der Diagnosestellung ein großer Zeitraum liegt.4

WAS TUN, WENN DIE SEELE DURCH DIE MS LEIDET

Gehe gegen die psychischen Belastungen an, damit Deine Seele nicht zu viel Schaden nimmt. Mit diesen Dingen kannst Du etwas für Deine Gesundheit tun:345

  • Lasse Gefühlsausbrüche zu.
  • Lenke Dich nicht von ungelösten Problemen und Konflikten ab, sondern versuche, sie in Angriff zu nehmen. Wenn Du es nicht alleine schaffst, hole Dir Hilfe.
  • Setze Dich mit Deiner MS auseinander und gehe, wenn möglich, offen mit Deiner Erkrankung um.
  • Halte Deine Gedanken in einem Tagebuch fest.
  • Suche Hobbys, die Dich entspannen, zum Beispiel Malen, Musikhören, Spazierengehen. Auch Entspannungstechniken wie Autogenes Training können helfen, Ruhe in das Gedanken- und Gefühlschaos zu bringen.
  • Übe Dich in Geduld, auch wenn es nicht immer leicht ist.
  • Finde eine Einstellung zu Deiner Erkrankung.
  • Setze Dir erreichbare Ziele. Sei nicht enttäuscht, wenn einmal etwas nicht so klappt, wie Du es Dir vorgestellt hast.
  • Setze Dich nicht unter Druck.
  • Vermeide Stress um Deiner Gesundheit willen.
  • Tausche Dich mit anderen Betroffenen aus, zum Beispiel in einer Selbsthilfegruppe.
  • Hole dir professionelle Hilfe, zum Beispiel in Form einer Psychotherapie.

MS UND DEPRESSIONEN

Für Menschen mit MS liegt das Risiko an einer schweren Depression zu erkranken bei 50 Prozent, für weniger schwere Depressionen bei 70 Prozent.6 Kommt es dazu, ist es oft schwierig dies zu erkennen. Denn eine Depression geht mit Symptomen einher, die auch typisch für Multiple Sklerose sind: starke Abgeschlagenheit, Schwierigkeiten bei der Planung des Alltags sowie bei Entscheidungsfindungen und Konzentrationsschwierigkeiten.7

Depressionen können einen großen Einfluss auf die Persönlichkeit, die Einstellung zu anderen Menschen sowie die körperliche Leistungs- und Genussfähigkeit haben.7 Es ist aber möglich, sie zu behandeln. Ziel dabei ist es, den Leidensdruck des Patienten zu reduzieren und dadurch Lebensfreude und Lebensqualität wiederherzustellen.6

MÖGLICHKEITEN DER THERAPIE VON DEPRESSIONEN​

Nichtmedikamentöse Therapie

Bei leichten bis mittelschweren Depressionen erfolgt die Behandlung zumeist mittels Psychotherapie. Dabei kommen zwei Verfahren zum Einsatz. Bei der kognitiven Verhaltenstherapie werden dem Patienten unter anderem Wege aufgezeigt, wie angenehme Aktivitäten auf- und unangenehme Aktivitäten abgebaut werden können und wie sich die (wiedergewonnene) Lebensfreude erhalten lässt. Ziel ist es, gemeinsam mit dem Patienten Denkmuster zu durchbrechen.

Bei der interpersonellen Therapie stehen hingegen die sozialen Beziehungen des Patienten im Vordergrund. In Rollenspielen lernt er, mit schwierigen Situationen umzugehen.

Medikamentöse Therapie

Eine medikamentöse Behandlung kann vor allem bei mittelschweren bis schweren Formen der Depression zum Einsatz kommen. Die Präparate greifen in die Stoffwechselvorgänge des Gehirns ein. Welches Medikament zum Einsatz kommt, entscheidet der behandelnde Arzt mit Blick auf die individuellen Symptome des Patienten.

MS UND PSYCHE, TEIL 1

Die Diagnose MS stellt für die meisten Menschen eine Herausforderung dar. Mit einer chronischen Erkrankung umzugehen, heißt nach der ersten Schockphase zu überlegen, welche Lebensumstellung es für sie selbst und deren Familie bedeutet. Ängste und Unsicherheiten und unzählige Fragen, die man des Öfteren auch zu stellen vergisst, tauchen immer wieder auf. Geschmiedete Wertevorstellungen bis hin zu Lebensplänen werden hinterfragt; die Suche nach vermeintlichen Sicherheiten beginnt. Man informiert sich, chattet, googelt, konsultiert ÄrztInnen, ExpertInnen und eröffnet sich ein Feld von Vielfältigkeit, die möglicherweise auch zur Überforderung führt. Was wichtig ist, ist die ZEIT. Zeit für die Abklärung und Sicherung der Diagnosestellung, die heutzutage wesentlich rascher und gezielter gestellt werden kann. Zeit, sich beraten zu lassen, Zeit, Therapien auszuwählen und Zeit, auf sich und seinen Körper zu hören. Je behutsamer Sie mit sich umgehen, desto sensibler werden Sie darin auszuwählen, welche Therapien für Sie die Besten sind.

POSITIV DENKEN…

Körper und Seele gehen immer miteinander einher; geht es dem Körper gut, reagiert auch die Seele; geht es der Seele gut, signalisiert das Gehirn durch Botenstoffe auch dem Körper, dass alles in Ordnung ist. Eine chronische Krankheit zu haben, heißt jedoch nicht, auch seelisch chronisch krank zu sein. Denn wir Menschen können mit Hilfe unseres Denkens entscheiden WIE wir uns zu einer Situation einstellen. Auch wenn wir das Faktum nicht verändern können, am WIE können wir arbeiten. Das ist die Kraft, die uns allen zu Teil wird und derer wir uns auch bedienen können. Unsere Gefühle steuern bei Tatsächlichem und Befürchtetem. Oft erzeugen wir in uns Ängste, die aufgrund unserer Gedanken entstehen und die durch unsere „eigenen Filme“ im Kopf verstärkt werden. Das Internet ist eine Fundgrube solcher Filmverstärker. Daher rate ich jedem, bitte eine Ärztin oder einen Arzt bzw. auch Therapeutin oder Therapeuten ihres Vertrauens zu konsultieren um sich nicht durch so manche Chatrooms noch mehr verunsichern zu lassen.

Quelle: MS-Service

Neuropathische Schmerzen bei Multipler Sklerose

MS kann verschiedene Arten von Schmerzen mit sich bringen. Ein italienisches Forscherteam hat sich dem neuropathischen Schmerz gewidmet, einer Schhmerzart, die mit herkömmlichen Schmerzmitteln kaum beherrschbar ist.

Nicht jede Multiple Sklerose bringt auch Schmerzen mit sich. Leider sind Schmerzen jedoch ein häufiges Symptom der MS. Dessen nicht genug, gehören Schmerzen auch zu den komplizierteren Symptomen, denn sie können verschiedene Ursachen haben, die wiederum unterschiedliche Therapien erfordern.

Ganz wichtig ist zu wissen, welche Schmerzart vorliegt. Man kann 2 Arten voneinander trennen:

  • nozizeptive Schmerzen und
  • neuropathische Schmerzen.

Die vorliegende Studie aus Italien konnte an über 1.000 Patienten zeigen, dass unter den MS-Patienten mit Schmerzen rund ein Drittel neuropathische Schmerzen hatte.

Nozizeptive Schmerzen sind Schmerzen, die jeder kennt: Wenn man sich verbrannt hat, sich stößt, unter Rückenschmerzen  leidet oder Kopfschmerzen hat. Diese Schmerzen reagieren meist gut auf nicht-steroidhaltige Schmerzmittel (NSAR) wie Ibuprofen, Paracetamol oder Diclofenac. Neuropathische Schmerzen – etwa die äußerst schmerzhafte, attackenartig auftretende Trigeminusneuralgie aber auch das Lhermittezeichen (eine Art Stromstoß vom Nacken in die Arme reichend) hingegen bessern sich kaum durch die „üblichen“ frei verkäuflichen Schmerzmittel. Hier kommen Wirkstoffe wie Gabapentin oder Pregabalin zum Einsatz. Das sind Antiepileptika.

Ursache kennen, Schmerzen bekämpfen

Manchmal muss man aber auch die Ursache bekämpfen, um den Schmerz abklingen zu lassen. Etwa durch Antibiotika bei einer Blasenentzündung oder durch Kortison bei einer Sehnerventzündung.

Bevor man dauerhaft zu Medikamenten greift, sollte man auch nicht-medikamentösen Verfahren eine Chance geben. Als hilfreich erwiesen haben sich bei vielen Patienten Physiotherapie, Akupunktur aber auch Entspannungsmethoden wie Qigong, nachzulesen in der Broschüre Multiple Sklerose: Die Symptomatische Therapie (für AMSEL-Mitglieder kostenfrei über den AMSEL-Shop).

Am allerwichtigsten ist jedoch, dass man Schmerzen oder auch schmerzhafte Missempfindungen, ja selbst das Nichtempfinden von Schmerz, erkennt, um dann handeln zu können. So leiden MS-Patienten überdurchschnittlich stark an Kopf- und Rückenschmerzen. Spastik führt nicht selten zu Schmerzen. Schmerzen können auch durch schlecht sitzende Hilfsmittel entstehen oder als Folge einer immunmodulatorischen Therapie. Sie können also direkt durch die MS ausgelöst sein oder indirekt.

Quelle: Journal of Neurology, 05.02.2018.

Redaktion: AMSEL e.V., 27.08.2018

MULTIPLE SKLEROSE UND VITAMIN D

ALLE FAKTEN AUF EINEN BLICK

MS wird seit langem mit einem Vitamin-D-Mangel in Verbindung gebracht. Wir haben Dir alles Wissenswerte zum Thema zusammengefasst.

Sommer, Sonne, gute Laune – das tolle Wetter beschert uns in diesem Jahr nicht nur jede Menge Spaß, sondern auch viel Vitamin D. Und genau das wird seit längerem immer wieder mit MS in Verbindung gebracht.1 In den vergangenen Jahren wurde so in mehreren Studien der Zusammenhang zwischen dem Vitamin-D-Spiegel im Blut und der Krankheitsaktivität beziehungsweise dem Fortschreiten der MS untersucht. Vielleicht hast Du auch schon den ein oder anderen Bericht darüber gelesen. Damit Du besser einschätzen kannst, wie der aktuelle Stand der Forschung zu diesem Thema ist, haben wir für Dich alle wichtigen Fragen zu MS und Vitamin D beantwortet.

WAS IST VITAMIN D UND WOZU BRAUCHT ES DER KÖRPER?
Wusstest Du, dass Vitamin D eigentlich gar kein Vitamin ist, sondern ein Hormon?2 Es kann vom Körper bei ausreichender Sonnenzufuhr, das heißt UVB-Strahlung, selbst hergestellt werden.2 Du kannst es aber auch über die Nahrung aufnehmen. Allerdings ist es so nicht möglich, Deinen Körper damit komplett zu versorgen.3 Vitamin D ist an lebenswichtigen Funktionen im Körper beteiligt. So spielt es zum Beispiel eine wichtige Rolle, wenn es um den richtigen Kalzium- und Phosphatspiegel geht. Außerdem trägt es dazu bei, dass Kalzium gut aus der Nahrung aufgenommen und in die Knochen eingebaut werden kann. Auch für die Muskulatur ist Vitamin D wichtig. Es unterstützt zudem Muskelleistung und Koordinationsfähigkeit. Gleiches gilt für Schnellkraft von Reflexen.4

WER HAT EIN ERHÖHTES RISIKO FÜR EINEN VITAMIN-D-MANGEL?
Vitamin-D-Mangel tritt vor allem bei Menschen auf, die sich kaum oder gar nicht im Freien aufhalten oder sich dort, zum Beispiel aus religiösen Gründen, nur mit bedeckten Körper zeigen. Auch Menschen mit einer dunklen Hautfarbe bilden weniger Vitamin D als Menschen mit heller Haut. Mit dem Alter nimmt die Vitamin-D-Produktion automatisch ab, sodass ältere Menschen häufig zu geringe Vitamin-D-Spiegel aufweisen. Auch Säuglinge können betroffen sein, da zum einen in der Muttermilch wenig Vitamin D enthalten ist und sie zum anderen in der Regel nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden, da

sich ihr Schutzmechanismus der Haut erst noch entwickeln muss.5 Wer aufgrund der Lebenssituation weniger Vitamin-D aufnimmt, als er sollte, kann mithilfe von Vitaminpräparaten – etwa aus der Apotheke – nachhelfen. Sprich dazu mit Deinem Arzt, ob eine zusätzliche Gabe von Vitamin D bei Dir sinnvoll ist.

WAS PASSIERT BEI EINER UNTERVERSORGUNG MIT VITAMIN D?
Als allerstes muss zwischen einem niedrigen Vitaminspiegel und einem wirklichen Vitaminmangel unterschieden werden. Ein niedrigerer Vitaminspiegel kann Symptome wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit hervorrufen. Ein krankhafter Mangel stellt sich häufig erst nach Jahren der Unterversorgung ein. Dann kann es zu ausgeprägten Symptomen wie einer Störung des Knochenstoffwechsels kommen.5 Im Säuglings- und Kindesalter kann das dazu führen, dass die Knochen nicht ausreichend aufgebaut werden, sodass sie weich bleiben und sich verformen können. Auch im Erwachsenenalter kann es dazu kommen. Im höheren Alter kann ein Vitamin-D-Mangel zur Entstehung von Osteoporose beitragen.5

WAS IST DER UNTERSCHIED ZWISCHEN NAHRUNGSERGÄNZUNGSMITTELN UND HOCHDOSIERTEM VITAMIN D?
Von einer Nahrungsergänzung spricht man, wenn nicht mehr als 20 Mikrogramm am Tag eingenommen werden.6 Das entspricht 800 Internationale Einheiten (IE).6 Diese Nahrungsergänzungsmittel fallen in die Klasse der Lebensmittel und werden neben Apotheken auch von Drogerien und Lebensmittelgeschäften verkauft.7 Alles, was darüber liegt, wird als hochdosiertes oder ultra-hochdosiertes Vitamin D bezeichnet. Damit fallen sie in die Klasse der Arzneimittel und sind ausschließlich mit einem Rezept vom Arzt in Apotheken erhältlich.

WAS PASSIERT BEI EINER ÜBERDOSIERUNG?
Wenn Du Vitamin D nur durch Sonnenlicht produzierst oder durch die Nahrung aufnimmst, musst Du Dir keine Sorgen machen, dass es zu viel sein könnte. Der Körper produziert automatisch nur so viel, wie er braucht.8 Eine Vitamin-D-Überdosierung kann bei Dir auftreten, wenn Du sehr hochdosierte Vitamin-D-Präparate (> 40.000 IE/Tag) länger als verschrieben zu Dir nimmst. Es können sich beispielsweise Nierensteine bilden. Auch eine Nierenverkalkung ist möglich. Es ist daher ganz besonders wichtig, dass Du Vitamin-D-Produkte nicht eigenmächtig einnimmst. Sprich immer zuerst mit einem Arzt. Er kann Dir sagen, ob Du überhaupt zusätzliches Vitamin D brauchst.5, 9

WELCHE ROLLE SPIELT VITAMIN D FÜR MS-PATIENTEN?
Fakt ist: Fast alle bisherigen Untersuchungen konnten bis heute nicht klar feststellen, ob der Vitamin-D-Mangel eine Folge von MS oder deren Ursache ist. Weiterhin ist nicht geklärt, ob Vitamin D die Auslöser von Multiple Sklerose bekämpft oder nur Symptome lindert.9

Das Forschungsteam um Nielsen zeigte im Jahr 2017, dass Menschen mit einem hohen Vitamin-D-Spiegel, vor allem in der frühen Kindheit und Jugend, ein geringeres Risiko haben, an Multiple Sklerose zu erkranken.10 Außerdem wurde von mehreren Wissenschaftler-Teams wie von Ascherio, Mowry und Runia bei einem höheren Vitamin-D-Spiegel eine geringere MS-Aktivität beobachtet. Das heißt, es kam zu selteneren und weniger schweren Schüben.11, 12, 13

Neue Analysen widmen sich jetzt der Therapie mit hochdosierten Vitamin D. So wird zum Beispiel im sogenannten „Coimbra-Protokoll“ geschaut, wie sich eine zusätzliche Dosis von 60.000 IE Vitamin D am Tag unter anderem auf den Verlauf von MS auswirkt. Ausgangspunkt ist dabei die Annahme, dass Patienten mit Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose eine Resistenz gegen Vitamin D haben. Das heißt, Betroffene können selbst keine ausreichenden Mengen bilden. Bisher hat Dr. Coimbra keine Studiendaten veröffentlicht. Daher kann aktuell noch nichts zu den Ergebnissen – und somit auch zu den Risiken – gesagt werden.9

WANN UND WARUM SIND VITAMIN D-PRÄPARATE BEI MS-PATIENTEN GEEIGNET?
Da der Zusammenhang zwischen dem Vitamin-D-Spiegel und dem Verlauf von MS nicht geklärt ist, sieht bislang keine Therapie-Leitlinie vor, dass Vitamin D als Therapie bei MS zum Einsatz kommen soll. Es wird, wie bei gesunden Menschen auch, nur bei einem niedrigen Vitaminspiegel beziehungsweise bei einem vorliegenden Mangel eingesetzt. Sprich mit Deinem Arzt – er kann Dir sagen, ob Du Vitamin D benötigst.

QUELLE: www.leben-mit-ms.de

„Extended Dosing“ bei Natalizumab

„Extended Dosing“ bei Natalizumab – eine sinnvolle
Strategie zur Senkung des PML-Risikos?

Tysabri® (Natalizumab) ist ohne Zweifel ein sehr wirksames und auch gut verträgliches Medikament zur Behandlung der aktiven Multiplen Sklerose. Sehr viele Patienten haben in der Vergangenheit von der Behandlung profitiert und waren mit der Wirkung und dem individuellen Therapieerfolg zufrieden. Leider hat Natalizumab eine ganz wesentliche und schwerwiegende Nebenwirkung – Patienten mit positivem JC-Virus-Nachweis im Blut tragen das Risiko einer progressiven multifokalen Leukenzephalopathie (PML) durch das JC-Virus.

Das Risiko für diese schwerwiegende Viruserkrankung des Gehirns kann in Abhängigkeit von den individuellen Gegebenheiten auf bis zu ca. 1:100 ansteigen – darüber kann man nicht einfach hinweggehen. Und daher möchten viele Patienten, aber auch viele ihrer betreuenden Neurologen, trotz der häufig guten therapeutischen Wirkung, das Medikament so schnell wie möglich loswerden. Das ist aber gar nicht so einfach, denn so viele Alternativen mit einer so guten Wirksamkeit gibt es nicht – und auch bei der Umstellung auf eine anderes Präparat muss man einiges beachten. Deswegen mündet ein Absetzen der Natalizumab-Therapie nicht selten in Problemen.

Aus diesem Grund wird von wissenschaftlicher Seite einiges unternommen, das PML-Risiko von JC-Virus-positiven Natalizumab-Patienten zu senken. Ein Ansatz ist das „extended interval dosing“ – also das Strecken der Dosisintervalle. Natalizumab wird standardmäßig alle vier Wochen als Infusion mit 300 mg gegeben, egal wie groß oder wie schwer ein Patient ist. Man weiß schon länger, dass dieses Regime mehr als ausreichend ist, um die Zielstruktur von Natalizumab (VLA4 auf der Oberfläche von aktivierten Lymphozyten) abzusättigen, bei kleinen und leichten Personen kann diese Dosis als sehr „großzügig“ beschrieben werden.

Daher haben Wissenschaftler in den USA schon vor längerer Zeit untersucht, ob das PML-Risiko ggf. durch Extension des Dosisintervalls über die üblichen 4 Wochen gesenkt werden kann. Bei diesen Untersuchungen konnte beobachtet werden, dass die Patientengruppe, die Natalizumab seltener als alle 4 Wochen erhalten hatte, tatsächlich weniger PML-Fälle aufwies. Allerdings war die Stichprobe zu klein, um diese wichtige Frage verlässlich zu beantworten.

Trotzdem war der Ansatz so interessant, dass der Hersteller zusammen mit den o.g. amerikanischen Wissenschaftlern eine große Natalizumab-Datenbank unter diesem Aspekt untersucht hat. Diese Datenbank – das sog. TOUCH Register – umfasst mehr als 90.000 MS-Patienten, von denen über 35.000 positiv für das JC-Virus waren. Bei diesen „Risikopatienten“ hat man dann drei verschiedene Definitionen angewendet, die eine Behandlung mit verlängerten Dosisintervallen (>5 und < 12 Wochen) von der Standarddosierung (> 3 und < 5 Wochen) abgrenzen.

Das Ergebnis dieser Untersuchung wurde auf der letzten Tagung der American Academy of Neurology (AAN) in Los Angeles vorgestellt und hat gezeigt, dass das verlängerte Dosisintervall (EID = extended interval dosing) mit einem klinisch und statistisch signifikant niedrigeren PML-Risiko als die Standarddosierung (SID = standard interval dosing) bei Anti-JC-Virus (JCV)-Antikörper-positiven Patienten assoziiert ist. In den meisten Fällen wechselten die Patienten nach ca. 2 Jahren vom Standard- auf das verlängerte Dosisintervall, wobei das durchschnittliche Dosierungsintervall für das EID 35-43 Tage im Vergleich zu 30-31 Tagen für das SID lag.

Das Problem ist, dass das TOUCH-Register keine Wirksamkeitsdaten erfasst – deswegen kann nicht sicher gesagt werden, ob die Wirksamkeit von Natalizumab durch das verlängerte Dosisintervall erhalten bleibt. Dafür sind weitere prospektive Studien erforderlich. Es ist aber – auch angesichts der bisherigen klinischen Erfahrung – davon auszugehen, dass eine Verlängerung des Dosisintervalls um ca. 2 Wochen wahrscheinlich keine Auswirkungen auf die Wirkung von Natalizumb haben wird.

Wie soll man jetzt mit diesen Daten umgehen? Das Problem der PML ist durch diese Beobachtung natürlich nicht gelöst. Auf der anderen Seite sind diese Daten so interessant, dass man nicht umhin kommt, sich Gedanken über ein verlängertes Dosisintervall zu machen. Ich denke es könnte helfen, bei JCV-positiven Patienten den Druck herauszunehmen. Im Falle eines Wunsches der Medikamentenumstellung kann man durchaus erst einmal die Dosisintervalle verlängern und dadurch möglicherweise etwas Zeit gewinnen, um die Umstellung planvoll zu gestalten. Vielleicht wird es sogar einige Pateinten geben, die sich mit einer verlängerten Dosis und entsprechenden Sicherheitskontrollen auch bei einer Weiterführung von Natalizumab sicher fühlen.

Trotzdem wäre es wünschenswert, gerade angesichts der Wirksamkeit von Natalizumab , wenn wir in Zukunft stabile Parameter hätten, um das individuelle PML-Risiko zu minimieren.

Quelle: 9.8.2018 MSDOCBLOG

Rote-Hand-Brief zu Daclizumab NEU!

Bereits im März hat die Herstellerfirma das Präparat mit dem Wirkstoff Daclizumab zur Behandlung der Multiplen Sklerose vom Markt genommen. Ein aktueller Rote-Hand-Brief informiert über Fälle schwerwiegender Nebenwirkungen, die auch noch mehrere Monate nach Absetzen des Medikamentes aufgetreten sind.

Nach Berichten schwerwiegender entzündlicher Erkrankungen des Gehirns und anderer Organe wurde im März 2018 die Marktzulassung von Zinbryta® (Daclizumab) zurückgenommen (wir berichteten, Rote-Hand-Brief zu Daclizumab, 19. Juli 2017) und das Mittel aus dem europäischen Markt zurückgerufen. Es wurde außerdem empfohlen, Patienten bis zu sechs Monate nach Absetzen auf Nebenwirkungen zu überwachen (wir berichteten; Daclizumab-Patienten auch nach Absetzen der Therapie überwachen, 25. Juni 2018)

Ein aktueller Rote-Hand-Brief informiert nun über Fälle immunvermittelter Enzephalitits, einschließlich Anti-N-Methyl-D-Aspartat(NMDA)-Rezeptor-Enzephalitis, die auch noch mehrere Monate nach Absetzen von Daclizumab aufgetreten sind.

Patienten, die Daclizumab genommen haben, sollen deshalb auffällige Symptome ihrem behandelnden Arzt melden. Ärzte sollen alle beobachteten Nebenwirkungen und Medikationsfehler (auch Verdachtsfälle) der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) mitteilen. Ein Formular finden Sie auf der Webseite der AkdÄ.

Die Herstellerfirma Biogen informiert deshalb in Absprache mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA und der zuständigen Bundesoberbehörde, dem Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel (Paul-Ehrlich-Institut, PEI):

  • Bei Verdacht auf Enzephalitis sollten frühzeitig eine Liquor- und Serumuntersuchung auf NMDA-Rezeptor-Antikörper zur Diagnosebestätigung in Erwägung gezogen werden.
  • Eine Überwachung auf Enzephalitis sollte gegebenenfalls bis zu 12 Monate nach Absetzen von Daclizumab erfolgen.
  • Alle Patienten, die die Behandlung mit Daclizumab beendet haben, sollten daran erinnert werden, umgehend den behandelnden Arzt zu kontaktieren, falls typische prodromale Symptome einer Enzephalitis oder andere verhaltensbezogene, neurologische, kognitive oder bewegungsbezogene Symptome auftreten.

Der Überwachungszeitraum wird damit von 6 auf 12 Monate verlängert. Der Rote-Hand-Brief zu Zinbryta® (Daclizumab beta) vom 07.08.2018 im Wortlaut.

Quelle: Meldung der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) vom 07.08.2018

Ich habe das falsche Hobby – but „I like it!“

Was hast DU für Hobbys?
Und wie oft hast du Zeit dafür?
Wie gehts dir damit?

Auch ich denke immer wieder darüber nach wenn ich fühle wie sehr die MS mein Leben beeinflußt. Besonders dann wenn die Dinge des Lebens, die einem Freude machen (sollten) davon beeinträchtigt werden.

Und so setzte ich mich kürzlich hin und schrieb darüber auf meinem Blog:
The Book of WOLF und was dabei heraus kam, könnt ihr HIER lesen!

Alles Liebe,
euer WOLF