0.95, 1.0, 1.1, 1.2, 1.4, 1.8. usw. Was braucht man wirklich?

Die Festbrennweiten erfreue sich in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit.
Besonders die Objektive um 50mm herum sind heiß begehrt, weil man so eine Linse – aus alter Überlieferung her – ja haben MUSS, um als Fotograf überhaupt erst ernst genommen zu werden.

Whatever!
Es gibt diese Fetischisten zuhauf (Internetforen und YouTube sei´s gedankt) und manche wollen (oder können) den Blendenring gar nicht höher drehen (z. B. Martin Krolop von Krolop&Gerst). Es ist eine „fixe Idee“ und viele tun es ihnen gleich und erschrecken dann, weil sie den (Bruchteil eines mm´s von) Tiefenschärfebereich gnadenlos verfehlt haben. Sie vergessen, der Autofokus KANN in diesem Bereich oft gar nicht mehr funktionieren und manuell fokusieren ist – sogar mit Hilfe des Fokus Peaking der DSL-M´s – ein Glücksspiel. Ergebnis, die Schärfe stimmt nicht, sie liegt nicht dort wo sie soll, man ist mit dem Bild unzufrieden! Das passiert schon sehr leicht bei Linsen mit Blende 1.2. Und je länger die Brennweite wird um so schwieriger wird die Spielerei! 135 mm 1.8 muss man können, sonst wird das nix!

Für mich stellt sich also die Sinnhaftigkeit für so manchen Fotografen, der sich da „hinein theatern“ lässt. Diese offenblendigen, auch Lichtriesen genannte, Objektive kosten meist weit über € 1000.- und wenn man bei Shootings schnell und sauber arbeiten muss, kommt man um´s abblenden auf 2.8 oder 4.0 gar nicht erst herum. Man würde also oftmals – die Abbildungsqualität der Linse vorausgesetzt – auch mit einem Objektiv mit Blende 1.8 oder 2.8 auskommen und somit hunderte von Euros für ein weiteres Objektiv sparen.

Ich hab auch gerne eine saubere Freistellung vom weichen Hintergrund aber ich finde es völlig in Ordnung, wenn die Ohren meines Models im Schärfebereich liegen, die gehören doch dazu! Was meinst du dazu?

LG WOLF