Vintage Fotografie

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M.O.G. Trioplan 50mm 2.9 an Canon EOS-M3

Ein Thema, dass mich seit einigen Wochen und Monaten sehr interessiert und zu begeistern weiß, ist die Fotografie mit alten, manuellen Objektiven an, vorzugsweise spiegellosen, Digitalkameras.

Zu diesem Thema gibt es Gruppierungen, die sich dafür und auch dagegen aussprechen.  Ich möchte mit diesem Artikel versuchen, so einfach und unvoreingenommen wie möglich, darauf einzugehen.

Als dieser „Vintage-Boom„, mit alten, manuellen Objektiven, letztes Jahr aufkam, dachte ich anfangs: Wozu das Ganze? Viele berichteten von kaputten DSLR´s, weil die Objektive zu tief in das Gehäuse hinein ragten und dabei der Spiegel der Vollformat DSLR´s anschlug und kaputt ging (Spiegel gesprungen, Mechanik defekt). Das passierte durch die Benutzung falscher Adapter. Mit der Zeit wurde aber auch diese Problem gelöst und man las vermehrt von Kombinationen mit Sony´s DSL-M Vollformat, APS-C und sogar mFT Kameras, an denen dies sowieso kein Problem darstellte, da die Spiegel ja gänzlich fehlten.

Und jetzt wurde es für viele FotografInnen interessant, ja ich gestehe, auch für mich! 😉
Alte Schätzchen, die bislang ihr Dasein in Vitrinen und Kästen darbten, wurden hervorgeholt, gereinigt, geölt und an diversen Sony, Fuji, Olympus, Panasonic und Canon DSL-M´s geschraubt und voller Begeisterung der Internet-Welt präsentiert!

Edelste und teuerste Objektive aus alten Zeiten, wurden in Fotoforen und über Ebay plötzlich wieder gekauft. Linsen wie das hoch gejubelte Meyer-Optik-Görlitz Trioplan 100 mm 2.8lösten einen Boom aus, der die Preise wieder hoch trieb, auch wenn sie noch immer deutlich günstiger waren als zu ihren „Hochzeiten“ während des analogen Zeitalters.

So kam es, dass sogar ich mir, wo ich doch anfangs noch so skeptisch war und den Sinn des ganzen bezweifelte, mit der Zeit ein Dutzend der legendären, alten Schmuckstücke organisierte. Unter anderem von namhaften Herstelllern, wie Carl Zeiss, Voigtländer und der oben genannten Firma Meyer-Optik-Görlitz (später Pentacon), und dafür gibt es einige Gründe.

  • Im gepflegtem, sauberen Zustand sind sie selbst für heutige, digitale Anforderungen absolut hervorragende Objektive in hoher Qualität. Ich denke für Kameras bis zu 24 MegaPixel Auflösung eine absolute Bereicherung. Vergleichbare „neue“ Linsen sind durch den (unter uns gesagt, völlig überbewerteten) Autofokus um ein vielfaches teurer als optisch oft bessere, alte Objektive aus der analogen Zeit. Wer also auf den Autofokus verzichten kann und geschickt manuell schar stellt, kann da sehr viel Geld sparen und günstig, ganz hervorragende Objektive erwerben!
  • Sahnestückchen der bereits genannten Firmen und anderer Hersteller, die zu analogen Zeiten ein Vermögen kosteten, sind heute überwiegend zu relativ günstigen Preisen zu bekommen, ausgenommen Leitz, Leica und vereinzelte Speziallinsen, die zwar günstiger als neue sind, aber immer noch „gutes Geld“ kosten können.
  • Analoge Objektive haben durch ihre (teilweise fehlende) Vergütung und Konstruktion ein eigenes „Flair“, das viele eben an analoge Zeiten erinnern mag und eine sehr angenehme Anmutung in der Darstellung haben, was Schärfe und Farben angeht.
  • Durch die Fokus-Peaking Funktion (an den scharfen Stellen, werden zur
    Unterstützung der Fokusierung, farbige Linien im Sucher angezeigt), wird manuelles Scharfstellen zum Vergnügen und der Autofokus, mit etwas Übung völlig unnötig! „Früher“ ging es ja auch „ohne“! 😉 Dies ist aber wohlgemerkt nur an spiegellosen Systemen bzw. mit elektronischem Sucher möglich, nicht mit optischen Suchern!

Fazit: Manuelle Objektive aus alter Zeit haben sowohl ihren ganz besonderen Reiz
als auch ihre absolute Berechtigung, auch im digitalen Zeitalter der Fotografie.
Und wie gesagt, manuell fokusieren spart viel Geld und macht großen Spaß!

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